Swing-Trading-Strategie Lonely Warrior long: Überreaktionen an den Märkten traden

Liebe Trader,

Die Preise an der Börse schwanken durch Angebot und Nachfrage beeinflusst, täglich rauf und runter. Wenn es allerdings zu wenige Käufer und zu viele Verkäufer gibt, kann dieser Überhang die Kurse drastisch nach unten drücken. Durch solche Überhänge können dann wiederum sehr schnell Überreaktionen entstehen. Für Swing-Trader bieten diese wiederum angenehmen Chance-Risiko-Verhältnisse für die Positionseröffnung.

Meistens folgen solche Szenarien mit einer Kurslücke als Reaktion auf veröffentlichte Nachrichten. Doch die anfängliche Kraft einer solchen Bewegung kann anschließend nicht weitergeführt werden. Die Folge ist eine Kurswende. Dieses Signal kann sowohl in Long- als auch in Short-Richtung auftreten. In dem nachfolgenden Beispiel wird das Long-Signal beschrieben.

Der Namensursprung des Lonely Warrior ist aus einer vergangen asiatischen Geschichte entstanden. Soldaten sollten stets bei der Truppe bleiben und sich im Krieg nie zu weit von der eigenen Armee entfernen, da er sich sonst irgendwann alleine in feindlichem Territorium befindet. In solchen Situationen ist es sehr unwahrscheinlich, dass er den Angriff alleine überleben kann. Es bleibt ihm nichts Anderes übrig, als den eigenen Truppen entgegen zu kommen, oder auf diese zu warten.

Eine Übertragung dieses Verhaltens auf die Aktienmärkte erfordert das Hinzuziehen der Bollinger Bänder. Der Bereich außerhalb jener Begrenzungen kann als feindliches Territorium betrachtet werden. Die Bollinger Bänder gehen auf die Normalverteilung zurück. Nach dieser tendieren aktuelle Aktienpreise mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu ihrem Mittelwert. Kurse außerhalb der Begrenzungen stellen somit eine Ausnahme dar. Exakt so wie der einzelne Krieger, sollten die Aktiennotierungen ins sichere Terrain zurückkehren.

Die Auslösung eines Lonely Warrior long Signals erfordert die Erfüllung bestimmter Kriterien. So muss eine komplette Tageskerze unterhalb der Bollinger Bänder gebildet werden. Als Alternative könnte ebenso ein ausgebildetes Handelssignal vorliegen, wenn eine Kerze mit einer Handelsspanne von mehr als 3% zu 90% unter den Bollinger Bändern entstanden ist. Eine so ausgebildete Kerze würde dann als einsamer Krieger bezeichnet werden, welchem das Handelssignal seinen Namen verdankt. Am nächsten Handelstag wird ein Kaufsignal ausgelöst, sobald das Tageshoch vom Vortag leicht übertroffen wird. Im Anschluss an die Eröffnung einer Long-Position wird eine Verlustbegrenzung platziert, um das Risiko auf 2% bis 4% zu reduzieren. Für das erfolgreiche Handeln eines Lonely Warrior ist es erforderlich, mit einer engen Risikotoleranz zu arbeiten. Schließlich könnten Aktien in überverkauften Situationen auch Trendverhalten aufweisen und weiter sinken. Die Grundlage solcher dynamischen Situationen könnte dann auf gravierende fundamentale Ereignisse zurückzuführen sein.

Heute betrachten wir den Lonely Warrior long anhand der Koenig & Bauer AG (WKN: 719350). Der Würzburger Druckmaschinenhersteller weist seit 2015 ein starkes und kontinuierliches Kurswachstum auf. Diese schöne Aufwärtsbewegung wurde lediglich durch zeitweilige Kurskorrekturen unterbrochen. So auch nach der Präsentation der Quartalszahlen am 09.05.2017. Die Werte waren für Maschinenbauer üblich im ersten Quartal etwas schwächer als auf das Gesamtjahr gesehen. Sie lagen jedoch leicht über den Vorjahreszahlen und waren somit positiv zu werten.

Analysten würdigten diese Entwicklungen, indem sie die Kurszielprognosen leicht angehoben haben. Doch es half nichts. Die nächsten Handelstage konnte keine neue Stärke aufgebaut werden, sodass der Kurs einbrach. Diese Verluste setzte die Koenig & Bauer AG bis zum 22.05.2017 fort. An diesem Tag schloss die gesamte Tageskerze unterhalb der Bollinger Bänder. Somit bildete sich ein Lonely Warrior aus, welchen Trader mit der Platzierung einer Kauforder über dem Tageshoch handeln könnten. Diese Kauforder wäre am 23.05.2017 bereits in den ersten Handelsstunden ausgelöst worden, da am selben Tag auch Warburg Research eine Kurszielanpassung vorgenommen hatte. Die Analysten stuften Koenig & Bauer von 72€ auf 82€ hoch. Diese starke Anhebung lockte neue Käufer an, welche den Kurs blitzschnell nach oben führten. Da bereits am Folgetag die Dividende ausgezahlt wurde, hätten Swing-Trader mit dieser Position sehr schnell einen ansehnlichen Gewinn einfahren können.

In der TraderFox Software können Aktien nach der Trading-Strategie Lonely Warrior mit Hilfe der sogenannten Radar-Boxen identifiziert werden. Schon vor Handelsbeginn werden die Kandidaten identifiziert, die unmittelbar vor einem Handelssignal stehen. Sobald ein Signal ausgelöst wird, erfolgt eine Meldung in Echtzeit.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *